Weihnachten in St. Markus

Weihnachten Kirchenraum St. Markus Foto (c) R.Schulz

Weihnachten in St. Markus

Eine Übersicht über alle Gottesdienste in der Weihnachtszeit und Gedanken zur Krippe

Mehr Informationen finden Sie hier.

Herzliche Einladung zu folgenden Gottesdiensten:

Weihnachten Kirchenraum St. Markus Foto (c) R.Schulz
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Haben Sie schon unsere Krippe gesehen?

„Es wird Nacht in Bethlehem. Die Menschen sind in ihren Häusern hinter den schützenden Mauern. Bethlehem ist eine alte Stadt …

Jedes Jahr aufs Neue werden wir daran erinnert, was sich vor etwa 2000 Jahren dort zugetragen hat. Die Heilige Nacht - Weihnacht!

Wir alle haben so unsere Vorstel­lungen von Bethlehem - am Rande einer kleinen Stadt eine Holzhütte, darin eine Futterkrippe mit Jesus, Maria, Joseph, dazu die Hirten und einige Tiere - vielleicht auch noch die Heiligen Drei Könige und einige Engel - Bilder, wie sie jeder kennt -denn zu Weihnachten, da gehört neben dem Christbaum, den Lie­dern, den Plätzchen, unbedingt ei­ne Weihnachtskrippe dazu. Doch auch wenn wir heute wissen, dass diese Krippe sicherlich ganz anders ausgesehen hat, in der Chri­stus geboren wurde - dieses Bild der Krippe macht es uns im wahrs­ten Sinne des Wortes begreifbar, was damals so Unbegreifliches ge­schehen ist.

Und so ist es für viele Menschen eine kleine Wissenschaft, die Krip­pe Jahr für Jahr neu aufzubauen.

Eine Tradition übrigens, die im 10./11. Jahrhundert aus den Myste­rienspielen und der Krippenfeier des Franz von Assisi im Jahre 1223 hervorgegangen ist. Daher ist es nicht verwunderlich, dass vor allem die Franziskaner für die Verbreitung dieses Brauches verantwortlich zeichneten. Dies wiederum führte dazu, dass protestantische Familien diese Form der Darstellung der Geburt Jesu als zu katholisch ablehnten. So wurde und wird auch noch heu­te die Tradition der Krippenkunst überwiegend in katholischen Län­dern besonders gepflegt - Tirol, Bayern, Schwaben, Polen und Itali­en sind auch heute noch Hauptlie­feranten der schönsten Krippen.

Weihnachtskrippe Foto (c) R.Schulz Weihnachtskrippe Foto (c) R.Schulz
Weihnachtskrippe Foto (c) R.Schulz Weihnachtskrippe Foto (c) R.Schulz

Auch die Krippe der St. Markusge­meinde, kommt ursprünglich aus Ti­rol. Dekan Friedrich Langenfaß, von 1930 bis 1950 Pfarrer an der Markuskirche, kaufte sie noch vor Beginn des 2. Weltkrieges.

Dazu ein Artikel von Gerhard Bogner, der uns die freundliche Genehmigung zum Abdruck gab:

Dekan Langenfaß kaufte die groß­artige Krippenvitrine für die Mar­kusgemeinde in Tirol. Der ehemalige Diakon Karl Rei­chert erinnert sich, dass „dies nach dem Anschluss Österreichs und ge­rade noch rechtzeitig, bevor die nichts mehr hergegeben haben", gewesen sei. Langenfaß habe sie „sehr hoch ge­schätzt", wahrscheinlich aus eige­ner Tasche bezahlt, die Aufstellung nach ganz festen Vorgaben selbst vollzogen und "niemand anderen hingelassen."

Die Krippe hat jedenfalls den schrecklichen Luftangriff vom 9. März 1943 mit Zerstörung des De­kanatshauses und schwerer Be­schädigung der Markuskirche in der Gabelsbergerstraße durch Glück oder Vorherige Auslagerung über­standen. Die Besonderheit dieses Objekts besteht im prunkvoll ge­stalteten, feuervergoldeten Gehäuse, hinter dessen Glasscheibe im linken Teil ein adliger Reiter, ein jugendlicher Höfling und der Jagd­bursche mit einem Hunderudel vor der Kulisse eines Barockgartens zum Krippenstall streben. Diese Fi­guren beherrschen die halbe Welt einer dramatisch aufgerichteten Gebirgslandschaft, aus deren Mor­genhimmel ein kleiner Wasserfall von Putten auf die Burgruine nie­derströmt. Auf der rechten Seite leitet eine Brücke über einen Sturz­bach zur Stallhöhle, davor zieht ein Weg aus dem tiefen Tal herauf über den die Könige und die Köni­gin von Saba näherkommen. Von den beinahe 80 Figuren befinden sich nur die Heilige Familie und die Weltentiere im geräumigen Stall. Die Figuren sind mit Anklängen an den "Giner-Stil" deutlich bewegt, ihre Fassung ist elegant farbig, jedoch ohne satten Kreidegrund, Gold wird nur zurückhaltend verwendet, alles ist harmonisch aufeinander abge­stimmt.

Trotz aller Versuche gelang keine Aufklärung über den Vorbesitzer der Krippe und ihres Künstlers. Nachdem sie einmal nicht für das schauende Volk, sondern wohl für das Haus eines Adeligen bestimmt gewesen war, fand diese Tiroler Kostbarkeit bei ihrer Aufstellung zwischen Altar und Kanzel der Münchner Markuskirche zwar ei­nen schönen Ort, aber eine verän­derte Bestimmung."

Soweit der Artikel von Herrn Bo­gner. Zu sagen bleibt - es lohnt sich, diese "kleine Welt" einmal in Ruhe und im Original zu betrach­ten. Glücklicherweise sind die Krippen seit langem nun auch wie­der in evangelischen Häusern und Kirchen eingezogen - als Verbildli­chung dessen, was für unseren Verstand nicht begreifbar ist. Vielleicht werden unsere Enkelkin­der eines Tages die Bilder unserer alten Krippen mit denen der späte­ren Zeit vergleichen - zwischen Hochhäusern ein alter Baucontai­ner, dazwischen streunende Hunde und Katzen und in der Mitte das Jesuskind.“

(Text aus dem „markant“ Nr. 4, 1997)

Leider sind nach einer gründlichen Restaurierung vor 5 Jahren immer noch nicht alle Krippenfiguren wiederhergestellt, da kein Geld mehr dafür verfügbar war. Aktuell fehlen noch ca. 1000 Euro. Wenn Ihnen die Krippe gefällt und Sie gerne noch die ausstehende Restaurierung unterstützen wollen, können Sie gerne etwas in den Opferstock hinter der Krippe einlegen oder nehmen Sie zwecks einer Spende Kontakt zu uns auf. 

Ihnen allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

Ihr Markus-Team