Herzliche Einladung zum nächsten Konzert des Markus-Chors:

Reise ins Ich – Eine Göttliche Komödie

Musiktheaterstück frei nach Dante Alighieri

mit dem Markus-Chor und Theater post it productions

Der achte Höllenkreis im Inferno der Sünder. Darstellung von Sandro Botticelli, 15. Jh. Public Domain: https://www.wikiart.org/en/sandro-botticelli/inferno-canto-xviii-1480

Höllenfahrt als Erkenntnisreise

Dass der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist, ist eine Binsenweisheit. Welcher Weg aber führt von der Hölle ins Fegefeuer und schließlich ins Paradies? Dante wird unerwartet mit dieser Frage konfrontiert. Er befindet sich in einer veritablen Midlife-Crisis, ein mental erschöpfter Protagonist der modernen Zivilisation, uneins mit sich und seinen Lebensentscheidungen. Um Klarheit in sein irdisches Dasein zu bringen, führt der antike Dichter Vergil Dante durch die drei Jenseits-Reiche: durch das flammende Inferno der Sünder, durch die Läuterungsqualen im Purgatorium und schließlich zum Paradies.

Markuskirche als Theaterraum

Nach eher traditionellen Konzertprogrammen im Jahr 2018 mit Klassikern wie Bachs Matthäus-Passion und Weihnachtsoratorium begibt sich der Markus-Chor nun wieder auf eine Entdeckungsreise und betritt Neuland. Zusammen mit Regisseur Jörn Mensching und Theater post it productions erarbeitet er das musikalisch-szenische Projekt „Reise ins Ich – Eine Göttliche Komödie“. Jörn Menschings szenische Bearbeitung von Dantes Versepos beschreibt die beschwerliche Wanderung Dantes als Erkenntnisweg: seine zwiespältigen Gefühle, seine (zwischen)menschlichen Erfahrungen und die christlich-mythologischen Motive aus der literarischen Vorlage entpuppen sich als eine überraschend aktuelle Suche nach Sinn und Handlungsräumen im diesseitigen Leben: Wo knüpft ein Mensch an, der nicht mehr weiter weiß? Welche Wege schlägt er ein? Was treibt ihn an, was bremst ihn aus?

Die Münchner Markuskirche wird dabei zum Theaterraum: Die Schauspielerinnen Sacha Holzheimer als Dante, Katharina Friedl als Vergil sowie Robert Gregor Kühn in der Rolle der illustren, tragikomischen Jenseitsbewohner bringen hier zusammen mit dem Markus-Chor München unter der Leitung von Michael Roth und der Pianistin Anna Sutyagina eine postmoderne Odyssee auf die Bühne.

Dialoge, szenische Bebilderung, sphärische Chorklänge, expressive Musik

Das Grauen in den Höllenkreisen ebenso wie die Zuversicht auf Vorankommen und Befreiung werden durch eine Synthese aus Schauspiel, Chor, Musik und Licht erfahrbar. Der Markus-Chor verstärkt und kontrapunktiert durch seine Rolle als musikalisch-szenischer Wegbegleiter die emotionale Innensicht der Protagonisten. Unter der Leitung von Michael Roth und Regisseur Jörn Mensching tritt er den Protagonisten an die Seite und begleitet sie auf ihrer Wanderung mit A-cappella-Chorstücken von gregorianischen Gesängen über Motetten bis hin zu zeitgenössischer Chorliteratur und Sprechgesängen. Anna Sutyagina am Flügel eröffnet mit Ludwig van Beethovens Klaviersonate Nr. 32 neue Räume für Illustration, Kontemplation und Rast von der Wanderung.

Bei allem Ernst der Sinn- und Erlösungssuche bleibt Raum für Leichtigkeit und leise Komik: Satirische Zuspitzung und selbstironische Distanz färben diese Collage aus Dialogen, szenischer Bebilderung, sphärischen Chorklängen, expressiver Musik und Licht. In ebenso heutigen wie archaischen Bildern erzählt der Abend vom Ewigmenschlichen und ermutigt nicht zuletzt zum Diesseits.

Karten

Das musikalische Theaterprojekt „Reise ins Ich  – Eine Göttliche Komödie“ wird von Theater post it productions und der Kirchengemeinde St. Markus realisiert. Karten zu 22,- Euro sind über München Ticket erhältlich. Schüler und Studierende können ermäßigte Karten zu 16,- Euro an der Abendkasse erwerben. 

„Reise ins Ich – Eine Göttliche Komödie“ frei nach Dante Alighieri

Musikalisch-szenisches Theaterstück für Soloklavier, Chor a cappella und Schauspieler mit Musik von Schütz, Beethoven, Duruflé, Elgar, Gjeilo, Whitacre u.a.

Aufführungen:

7. April 2019
10. April 2019
12. April 2019

Jeweils um 19.30 Uhr in St. Markus

Mitwirkende:

Sacha Holzheimer, Dante
Katharina Friedl, Vergil
Robert Gregor Kühn, weitere Rollen
Anna Sutyagina, Klavier
Markus-Chor München

Stück und Regie: Jörn Mensching
Musikalische Leitung: Michael Roth
Dramaturgie: Katrin Frühinsfeld
Licht: Benjamin Schmidt
Technische Leitung: Stefan Wintersberger
Produktion: Kirchengemeinde St. Markus in Kooperation mit Theater post it productions
Eintritt: 22,-  EUR über München Ticket / ermäßigt 16,- EUR (nur Abendkasse)

  

Das Projekt wird finanziell unterstützt vom Evang.-Luth. Dekanat München, der Evang.-Luth. Landeskirche sowie vom Förderverein Freunde Markus-Chor e.V.

 

Einführungsveranstaltung

Wer im Vorfeld der Aufführungen Informationen zu Stück, Inszenierung und Musik erhalten möchte, ist zur Einführungsveranstaltung am 31. März um 12.30 Uhr in der Markuskirche eingeladen. Einblicke in den Erarbeitungsprozess geben auch die Schauspieler und Pianistin Anna Sutyagina. Der Eintritt zur Einführungsveranstaltung ist frei.

Predigtreihe in der Passionszeit zur „Göttlichen Komödie“

Inspiriert vom Projekt richten die Pfarrerinnen und Pfarrer von St. Markus ihre Predigtreihe in der Passionszeit auf Dantes „Divina Commedia“ hin aus. An vier Sonntagen kommentieren sie die mittelalterliche Dichtung auch aus heutiger theologischer Perspektive.

Termine und Themen der Gottesdienstreihe:

24. März: Die Verwandlung von Lethargie in Liebe (Purgatorium) - Pfarrer Dr. Michael Preß
31. März: Was ist die Hölle? - Pfarrer Tilmann Haberer
7. April: In den Himmel - Pfarrer Olaf Stegmann
14. April: Auf dem Weg vom Ich zum Du - Stadtdekanin Barbara Kittelberger              

jeweils um 11.15 Uhr in St. Markus

Die Predigten dieser Gottesdienste können Sie auf dieser Seite (markuskirche-muenchen.de/gruss_2019_03) herunterladen.