Junge Akademie St. Markus

Junge Akademie St. Markus

 

St. Markus bietet eine neue Vortragsreihe mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern an. Die Uni-Gottesdienste an St. Markus sind eine protestantische Institution in der Münchner Stadtgesellschaft mit vielen Gottesdienstbesuchern. Nun bieten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ein eigenes Bildungs-Format an der Universitätskirche St. Markus an: Die Junge Akademie.

Im kommenden Wintersemester geht diese Vortragsreihe „Junge Akademie“ zu aktuellen Themen in Theologie und Gesellschaft nun in die zweite Runde. Auch in diesem Semester will das innovative Format alle an einen Tisch bringen: Studierende präsentieren ihre Seminararbeit, Forschende ihre Dissertation und Engagierte ihr Spezialthema. D

abei war das Interesse unter den Vortragenden so groß, dass wir kurzerhand aus dem 14tägigen einen wöchentlichen Turnus machten, um alle unterzubringen. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr im Gemeindesaal von St. Markus. Erst kommt der Vortrag, dann der Pizzabote und die Diskussion.

Aktuelle Informationen finden Sie stets auch auf der Seite: jungeakademieblog.wordpress.com

Olaf Stegmann und Philipp Stoltz

 


 

4. Oktober: Deborah Dittmer: Erlösung nach Paulus – wodurch, wovon, wozu?

Kaum ein anderer Begriff hat in der christlichen Tradition eine solche Wirkmächtigkeit zu verzeichnen wie derjenige der Erlösung. Paulus war einer der ersten, der ihn gebrauchte, um damit die Bedeutung des Todes Jesu zum Ausdruck zu bringen. Um die theologische Tragweite der paulinischen Erlösungskonzeption zu erschließen, stehen wir heute vor der Aufgabe, unsere hermeneutische Brille abzulegen und die 2000 Jahre alten Texte in ihrem antiken Umfeld selbst sprechen zu lassen. 

11. Oktober: Sabrina Hoppe: Öffentliche Theologie

Was verbirgt sich hinter dem Programm einer „Öffentlichen Theologie“, das unter dem Ratsvorsitzenden der EKD, Bedford-Strohm, derzeit zu Popularität gelangt? Agiert die Kirche damit als politischer Akteur? Nimmt sie einfach nur Stellung zu gesellschaftlichen Themen? Oder beansprucht sie dabei einen Sonderstatus als Bekenntnisgemeinschaft? An diesem Abend soll es nach einem einführenden und begriffsklärenden Vortrag darum gehen, im gemeinsamen Gespräch die fließen den Grenzen zwischen politscher Predigt, kirchlicher Parteipolitik und engagiertem Glauben zu hinterfragen.

18. Oktober: Tia Pelz: „Gott will die Wende“. Die friedliche Revolution in Predigten 1989/90

Die Revolution von 1989 kam für die meisten Deutschen vollkommen unerwartet, gleich einem Wunder. Viele Pfarrer engagierten sich in Bürgerinitiativen und Parteien, hielten Friedensandachten und organisierten Demonstrationen. Wie schlugen sich diese Erfahrungen in Predigten mecklenburgischer und pommscherscher Pfarrer nieder? Welche politischen Hoffnungen hegten sie? Und welche theologischen Erklärungen fanden die Pfarrer für das „Wunder der Einheit“? War die Einheit überhaupt das Ziel? Fragen, anhand derer wir ins aktuelle Gespräch kommen werden über das Verhältnis von Politik und Kirche, Staatsformen und Reich Gottes.

1. November: Sarah Jäger: Frauen und Freiheit. Perspektiven von der Reformation bis in die Gegenwart

Der Vortrag fragt danach, wie sich die reformatorische Freiheit des Gläubigen vor Gott für Frauen auswirkte. Wie veränderte sich ihre rechtliche, politische und soziale Rolle durch die Jahrhunderte seit der Reformation und welche Rolle spielte dabei der Protestantismus?

8. November: Georg Kalinna: Die Rückkehr des Nationalen und der christliche Glaube – Überlegungen zur theologischen Interpretation der Nation im Anschluss an Richard Niebuhr

Ob Alternative für Deutschland, Pegida, Brexit oder Marine Le Pen. Das Nationale ist zurück. Doch was bedeutet diese Rückkehr des Nationalen aus theologischer Sicht? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Vortrag im Anschluss an den amerikanischen Theologen H. Richard Niebuhr. 15. November: Mario Berkenfeld und Florian Schiffbauer: Politik und Wirtschaft als Tragödien der Kultur - Simmel und Cassirer im Streit In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten Georg Simmel und Ernst Cassirer, zwei der bedeutendsten Kulturphilosophen ihrer Zeit, einen literarischen Disput geführt, der an Relevanz auch heute nichts verloren hat. Diesen Konflikt über Kultur, Technik und Normative Maßstäbe für unser Zusammenleben wollen wir auf dem Podium lebendig werden lassen. Davon ausgehend stellt sich die Frage, ob die Geldwirtschaft und politische Mythen für Tragödien der Kultur gehalten werden können.

22. November: Tamara Späth: Otto Carl Kiep – Als patriotischer Christ dem Nationalsozialismus widerstehen

Otto Carl Kiep (1886-1944) war ein Vertreter des bürgerlichen Widerstandes der älteren Generation, da er vor 1900 geboren wurde und die Weimarer Republik aufgehen und untergehen sah. Er war also noch von dem Kulturprotestantismus des Kaiserreichs geprägt, hatte aber auch schon die Demokratie in Deutschland miterlebt. Politisch tätig als Diplomat war Otto Carl Kiep bereits während der Weimarer Zeit. Als Hitler an die Macht kam, konnte er weiterhin politisch tätig bleiben und auch allerlei Kontakte in den bürgerlichen Kreisen der Zeit (Moltke, Oster, Canaris) aufrecht erhalten.