Grüß Gott!

Foto (c) R.Schulz

Grüß Gott und herzlich willkommen auf unserer Homepage!

St. Markus hat viele Gesichter und Menschen, die das Gemeindeleben mitgestalten. Diese Gemeinde mitten im Herzen von München bietet eine große Vielfalt an Begegnungen und Erfahrungen. Dabei gibt es vieles aus dem Leben unserer Kirche zu erzählen. Einmal im Monat stellt sich an dieser Stelle eine Person aus unserem großen Markus-Team mit ihren ganz persönlichen Eindrücken vor.

Link zu den gesammelten Texten.

  


 

Die „schönste Zeit des Jahres“

Sommerlandschaft (Foto: pixabay)Ungestillte Sehnsucht, nach Himmel, Sonne, Luft und Meer. Nach Grün, in all seinen Farbnuancen: erdig, leuchtend, satt. Danach, mir meine Sicht auf die Welt mal wieder zurechtrücken zu lassen – eine Spielzeuglandschaft zu meinen Füßen, wenn ich Höhen und Gipfel erklommen habe. Wie groß ist mein Leben, wie klein?

Grün ist auch die liturgische Farbe dieser Sommerzeit. Jahreszeit und Kirchen­jahr, sie stimmen überein. Eine unendliche Reihe von „Sonntagen nach Trini­tatis“ mit der Farbe Grün zieht sich von Juni bis Oktober: Grün für alles, was blüht und treibt. Grün für das Leben in seiner vollen Kraft, in der Natur, in uns. Zeit für Wachsen und Reifen. Das nächste große Fest ist Erntedank. Dann geht es um Frucht und Ernte, um Herbst.

Trinitatis ist eine christliche „Spezialität“, das Fest der Dreieinigkeit Gottes. Ein Gott – in drei Gestalten: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. So will es unser Glaubensbekenntnis. Und manchmal scheint es mir, als würden wir diese vielen „Sonntage nach Trinitatis“ brauchen, um zu entdecken, was das heißen könnte: Dreieinigkeit Gottes.

Ich mag diese Vorstellung von den drei Lebensmöglichkeiten des einen Gottes: Gott Vater, der Schöpfer, der vor aller Zeit war und die Welt und uns Menschen er­schaf­fen hat. Dessen Schöpfung uns anvertraut ist. Der in all unserem schöpfe­­rischen Potential sichtbar wird. Gott der Sohn, der Mensch wurde, ei­ner von uns, mit allen Konsequenzen. Der Teil hat an unserem fragmenta­ri­schen Leben, an allem Unfertigen und Uneindeutigen. Der es zuendegelebt hat, damit wir nie wieder aus seiner Liebe fallen.  Und es lieben können, unser un­voll­kommenes Leben. Gott der Heilige Geist, unverfügbar und gegenwärtig. Dessen Nähe plötzlich aufblitzt: „Ach so …!“ Der in all unseren Geistesblitzen wohnt. Der Welten bewegt, kleine und große.

Ein Gott, der in sich schon Beziehung ist, kann und will nicht mit sich allein blei­ben. Und so wohnt dieser Vorstellung von der Dreieinigkei Gottes auch schon die Hinwendung dieses Gottes zu seinen Menschen inne. Und mehr noch – denn wenn ich dieses Beziehungsgeschehen zwischen Gott und Mensch zu­en­de­denke, komme ich nicht umhin zu sagen: Dieser Gott, in seiner Treue be­stän­dig, hat sich durch die Jahrtausende hindurch an seinen Menschen und in sei­ner Zuwendung zu ihnen entwickelt. Macht dieser Gott nicht nach dem „väter­lichen“ Geleit aus der Sklaverei und durch die Wüste bis ins gelobte Land einen neuen Versuch mit seinen Menschen? Wird in seinem Sohn Jesus Chris­tus Mensch und kommt in unsere menschliche Existenz mit all ihren Höhen und Tie­fen? Und ist nicht sein guter Geist, in dem ER uns nahe sein will, ein weiterer Liebesbeweis zu seinen Menschen bis heute?

Dreieinigkeit. Grün. Sommer. Die Seele baumeln lassen, in den Himmel schau­en. Und fragen: Wie geht das eigentlich, dass ich bin? Das wäre dann Blau. Die Far­be der Transzendenz. Und auch sehr sommerlich ...

... findet ...

Pfarrerin Sabine Geyer

... Ihre Sabine Geyer
Pfarrerin an St. Markus